Steht in Deutschland ein kunstgerechter Krieg bevor?

Wo kann man Kunst am besten zeigen? Die Art Cologne, Deutschlands größte Kunstmesse, plant eine Expansion nach Berlin, während die Organisatoren der Art Basel Düsseldorf im Visier haben. Deutschland könnte auf einen großen Konflikt zwischen Kunstmesse-Standorten zusteuern.

Es sieht so aus, als könnte die deutsche Kunstszene einige Scharmützel erleiden, denn die Schweizer MCH Group hat angekündigt, im November in der nordrhein-westfälischen Hauptstadt eine neue Messe, die ART Düsseldorf, zu eröffnen.

Der Schritt verstärkt nicht nur die seit langem bestehende Rivalität zwischen den Kunstmessen Düsseldorf und Köln, nur 50 Kilometer voneinander entfernt am Rhein. Köln scheint sich in seiner Spitzenposition unter den wohlhabenden Sammlern der Region so bedroht zu fühlen, dass Art Cologne Direktor Daniel Hug bemerkte, dass die Schweizer, wenn sie “beschließen, Außenposten in allen Ecken der Welt zu bauen, die Macht über die Kunstszene festigen werden, dass ein Großteil der regionalen Kunst vom Markt verdrängt wird”.

“Auch das ist eine Form des Kolonialismus”, sagte Hug.

Tatsächlich ist die MCH Group nicht nur eine Messegesellschaft – die Schweizer Gruppe organisiert die renommierte Art Basel, den weltweit führenden Marktplatz für zeitgenössische Kunst. Namhafte Künstler und Sammler reisen jedes Jahr nach Basel. Nirgendwo auf der Welt werden so hochrangige und teure Kunst verkauft wie in dieser Schweizer Stadt.

Die MCH gründete erfolgreiche Niederlassungen der Art Basel in Miami und Hongkong, und die Expansion geht weiter. Ein Sprecher des MCH sagte jedoch, dass der Standort Düsseldorf nicht als eine weitere Art Basel, sondern als regionale Veranstaltung geplant sei.

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